Von zündenden Ideen, die sich wie ein Lauffeuer verbreiten.

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The Boys You Know - Purple Lips (2014)

(4,5/6) Diese Jungs kennt man. Zumindest ihren Sound oder besser gesagt ihre Interpretation leidenschaftlich vorgetragener Rock-Attitüde. Das klingt schwer gitarrenlastig mit wunderbar trotzigen Phasen. Alternative, wie wir ihn lieben und in diesem Fall muss man noch nicht einmal den neidischen Blick nach Großbritannien oder in die Staaten richten. The Boys You Know kommen aus dem schönen Österreich und sind passenderweise bei Wohnzimmer Records beheimatet. Gerade mal vor zwei Jahren gegründet, legen die vier Musiker um den Sänger Thomas Hangweyrer bereits den Nachfolger zu ihrem Debütalbum Waste Your Time (2013) auf den Verkaufstisch. Neben dem europäischen Markt zielt Purple Lips aber ebenso auf ein Kontinent übergreifendes Publikum ab.


In Japan beispielsweise erfreut man sich gewisser Beliebtheit. Die vorliegenden 13 neuen Songs besitzen einiges an Potenzial. Beim Opener Low schwingt gleich etwas wehmütiges Grunge-Feeling mit, das ehemalige Nirvana Jünger aufhorchen lässt. Im Video zu The Cult quälen sich die Protagonisten durch ein schweißtreibendes Training und im Gegensatz dazu meint man bei The Boys You Know, ihre Musik ginge ihnen mit spielerischer Leichtigkeit von der Hand. Hangweyrer ist nebenbei Film- und Musikvideoregisseur, was man Money anmerkt. Insbesondere zur Live-Version des Titeltracks Purple Lips dürften die Herzen eingefleischter Rock-Fans wieder deutlich höher schlagen. Überhaupt ist vieles auf diesem Album für die Bühnen dieser Welt konzipiert. Weitere Anspieltipps sind Kiss And Tell oder Omar.
- Alexander Riede | www.theboysyouknow.com

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Unisonic - For The Kingdom EP (2014)

(4/6) Man darf doch ein wenig überrascht sein, wenn man die Besetzungsliste der 2009 gegründeten Power Metal Band Unisonic betrachtet. Neben den beiden Pink Cream 69 Musikern Dennis Ward und Kosta Zafiriou (dieser verließ die Band im Jahr 2012), Mandy Meyer (Krokus, Gotthard) gehören auch die beiden ehemaligen Helloween Mitglieder Kai Hansen und Michael Kiske zu den Bandmitgliedern. Sie haben richtig gelesen... Michael Kiske, der noch nach seinem Ausstieg bei Helloween Mitte der Neunziger Jahre eigentlich angekündigt hatte, nichts mehr mit Heavy Metal zu tun haben zu wollen. Nach dem bereits für Aufsehen sorgenden selbstbetitelten Erstling aus dem Jahre 2012 verkürzen uns die Musiker mit der aktuellen For The Kingdom EP die Wartezeit auf das kommende neue Album Light of The Dawn, das Anfang August erscheinen soll.

Die EP umfasst sechs Songs, darunter vier Live-Versionen aus dem Debütalbum, sowie zwei bisher unveröffentlichte Tracks. Einer davon ist der Titeltrack, welcher getrost als typischer Power Metal Song bezeichnet werden kann. Besonders die Stimme von Michael Kiske lässt den Song zu einer richtig starken Nummer werden. You Come Undone bremst dann das zunächst eingeschlagene Tempo etwas ab. Aber auch dieser Song überzeugt dank des hervorragenden Refrains sowie der coolen Gitarrensoli. Trotz der nachfolgenden verzichtbaren Live-Versionen ist diese EP der gewünschte Appetizer für den neuen Longplayer geworden. Man darf also gespannt sein…
- Johann Höng | www.unisonic.org

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Black City - Fire (2014)

(3/6) Musikalische Gedankenspiele: Man werfe beispielsweise The Offspring, Donots und Rise Against in einen großen Topf, gebe etwas Weichspüler dazu, rühre dann noch kräftig um und man erhält... Black City, eine dänische Rockformation, die sich mit ihrem zweiten Album Fire anschickt, auch außerhalb ihres Heimatlandes von sich Reden zu machen. Mit gefälligen Rocksongs der Marke If I Ever Go Down, Pretend To Feel Right oder The Day My Hero Dies veröffentlichen die Nordeuropäer meiner Meinung nach ein durchaus hörenswertes Album, auch wenn ihnen gerade zum Ende des knapp 45-minütigen Werks doch deutlich die Puste ausgeht, was sich letztlich an der Qualität der Songs widerspiegelt.

Viel zu oft fühlt man sich, was den Sound der Band betrifft, etwas an die Genre-Größen von The Offspring erinnert. Dies liegt mitunter an Sänger und Gitarrist Björn Poulsen, dessen Stimme eben wie Dexter Holland in seinen (nicht zwangsweise besten, Anm. der Red.) Tagen klingt. Aber auch ansonsten hat das Quartett wenig abwechslungsreiches Material zu bieten, einmal abgesehen von Hey Now mit Grunge-Anleihen. Was unter dem Strich bleibt, ist ein nettes, vielleicht sogar zu nettes Rockalbum, das höchstens ein Funke dessen ist, was es eigentlich anhand des Titels verspricht. Personen denen die Musik von The Offspring zusagt, die es aber gerne noch eine Spur sanfter hätten, sollten Fire von Black City dennoch ein Ohr leihen.
- Johann Höng | www.blackcity.dk